Rassendefinition Swiss Fleckvieh
Offene Infoveranstaltungen
Die zukünftige Definition der Rasse Swiss Fleckvieh (SF) sorgt derzeit für Diskussionen. Um die geplanten Anpassungen vorzustellen und die Meinung der Basis einzuholen, organisiert swissherdbook im November zwei offene Informationsveranstaltungen.
Die grosse Mehrheit der Rassenkommission Swiss Fleckvieh von swissherdbook ist der Auffassung, dass der bisher eingeschlagene Weg weitergeführt und der Prozess zur Etablierung von Swiss Fleckvieh (SF) als eigenständige Rasse abgeschlossen werden soll.
Im Anschluss an die Informationsveranstaltungen folgt eine schriftliche Konsultation der SF-Züchter.
Informationsveranstaltungen
Deutschsprachige Veranstaltung
Dienstag, 10. November 2026, um 20.00 Uhr im Restaurant Alte Reithalle in Thun
Französischsprachige Veranstaltung
Mittwoch, 11. November 2026, um 20.00 Uhr in der Aula von Grangeneuve
Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.
Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 5. November 2026 notwendig.
Konsultation der Swiss Fleckvieh-Züchter
Die anschliessende Online-Konsultation wird per Post an Betriebe verschickt, die im Jahr 2025 mindestens 6 Laktationsabschlüsse SF hatten.
Die Konsultation findet vom 16. bis 20. November 2026 statt.
Anschliessend werden die Rückmeldungen ausgewertet und die weiteren Schritte festgelegt.
Wichtig zu wissen
Warum eine Anpassung?
Im Zusammenhang mit der Integration der Datenbank von Holstein Switzerland hat swissherdbook das Rassenkonzept harmonisiert. Durch die Abschaffung der «Sektionen» konnte das System vereinfacht werden. Künftig erhalten Tiere mit einem Blutanteil von mehr als 50 % einer Rasse die entsprechende Herdebuchrasse und werden auf der dazugehörigen Zuchtwertbasis ausgewertet.
Um jedoch den entsprechenden Rassencode (HO, MO, SI usw.) zu erhalten und damit in Betriebslisten, Statistiken und Dokumenten als Tier dieser Rasse geführt zu werden, muss der Blutanteil mindestens 87.5 % betragen. Andernfalls wird der Rassencode XX veröffentlicht.
Die Rasse Swiss Fleckvieh nimmt heute in gewissen Bereichen eine Sonderstellung ein. Obwohl SF seit 2013 offiziell als eigenständige Rasse anerkannt ist, gibt es innerhalb der Population sehr unterschiedliche Tiere. Während gewisse Tiere (HB-A) klar der SF-Rasse entsprechen, weisen andere Tiere (HB-C) tiefere SF-Blutanteile auf, da auch nach 2013 weiterhin RH- oder SI-Genetik eingesetzt wurde.
Dadurch entstehen immer wieder Unklarheiten darüber, welche Tiere tatsächlich als SF-Rassentiere gelten sollen.
Was ist die Idee?
Die Grundidee der diskutierten Anpassung ist einfach: Künftig sollen nur noch Tiere mit mindestens 87.5 % SF-Blutanteil den veröffentlichten Rassencode SF erhalten. Tiere mit tieferem SF-Anteil würden als Kreuzungstiere (XX) geführt.
Damit würde die Rasse SF gleich behandelt wie die anderen Rassen bei swissherdbook.
Wichtig ist, dass die Anpassung nicht rückwirkend gelten würde und dass die bereits vorhandenen Tiere ihren heutigen Status behalten würden. Auch sämtliche Dienstleistungen von swissherdbook wären weiterhin gewährleistet und Kreuzungen blieben weiterhin möglich.
Falls die Basis das Vorgehen unterstützt und die Verwaltung zustimmt, könnte die Anpassung ab einem später festzulegenden Stichtag eingeführt werden. Damit die Umstellung nicht zu abrupt erfolgt, sind zusätzliche Begleitmassnahmen vorgesehen, beispielsweise die Einführung einer Übergangskategorie.